Offener Brief an die Redaktion Focus…

8. Juli 2004

Sehr geehrter Herr Markwort,

Ihr Motto „Fakten, Fakten, Fakten“, war einer der Gründe, warum ich Ihr Magazin immer gerne gelesen habe. Ich denke auch viele Ihrer Leser vertrauen darauf, daß Sie Fakten gründlich recherchieren.

Mit umso größerer Bestürzung habe ich Ihren Artikel in der aktuellen Ausgabe gelesen, in dem Sie es zulassen, daß die beiden Münchner Auftrags-Journalisten mich öffentlich als Schwindlerin, Straftäterin und Scharlatan diffamieren. 

 

Bei genauer Analyse fällt auf, daß hierzu unfaireTechniken benutzt wurden, indem Andere zitiert wurden, die die Unwahrheit aussprechen. Sogar anonyme Internet-Boardeinträge werden zitiert, womit natürlich Alles und Jedes „darstellbar“ ist.  Eine standesgemäße Recherche hätte uns in einem einfachen Telefonat mit diesen abenteurlichen Anschuldigungen konfrontiert und wir hätten dann gemeinsam den Fakten die Ehre geben können. So wurde Focus für höchst zweifelhafte Gegner unserer Gesellschaft zum Sprachrohr gemacht.

 

Wir erlauben uns, den Unterschied zwischen Dichtung (dem Artikel) und Wahrheit (unsere Arbeit der letzten fünf Jahre) hier einmal parallel aufzulisten. Links unsere Stellungnahme, rechts Ihr Artikel, gelb markiert die von uns beanstandeten Passagen.

 

 

 

 

 

Auf unserer Webseite www.telecontrol.de finden Sie zahlreiche erstklassige Testberichte, sogar der damalige Sat1-Chef und Vorsitzender des VPRT, Herr Doetz, dessen Vertreter uns während unserer ersten Pressekonferenz mit den Worten „wir werden Sie vernichten“ in Erinnerung blieb, bescheinigte uns öffentlich in einem TV-Interview: Das Gerät funktioniert erstaunlich gut.

Tatsächlich hatte TC etwas geschafft, an dem Firmen wie Grundig oder Philips sich lange Zeit vergeblich versucht hatten. Dies als einen Kasten „Heisser Luft“ zu bezeichnen, ist nicht nur respektlos gegenüber der Arbeit unseres Entwicklungsteams, es ist schlichtweg falsch.

Ein Kasten heißer Luft
 
Im Fabelreich der „Fernseh-Fee“:  Wie RTL durch einen jahrelangen Rechtsstreit eine dubiose Firma am Leben erhielt
 
M
anchmal, scheint es, gibt es im wahren Leben doch noch Märchen: Es war einmal eine junge Unternehmerin. Die wollte ein innovatives Produkt auf den Markt bringen, mit dem sich lästige TV-Werbung wegzappen lässt. Sie taufte das Gerät „Fernseh-Fee“ und warb dafür mit allerhübschestem Lächeln. Dann kam der böse Sender RTL, hatte Angst um seine Werbemilliarden, ging vor Gericht und zog von Instanz zu Instanz. Fünf Jahre lang hielt die wackere Unternehmerin durch – und gewann am Ende sogar vor dem Bundesgerichtshof (BGH).

Wir haben Anlegern auch nach dem Sieg gegen RTL nichts versprochen, was wir nicht halten können. Wozu sollten wir? Im Moment stehen noch nichteinmal Kapitalmaßnahmen an. Zu keinem Zeitpunkt haben wir ein Happy-End „versprochen“. Wir haben bereits am eigenen Leib zu spüren bekommen, wozu ein TV-Sender fähig ist, der monatlich 100 Mio. € einnimmt. Wir hatten viel Freude durch „Unbekannte“, die nie ermittelt werden konnten: sabotierte Reifen, in Folge einen PKW-Totalschaden, Krankenhausaufenthalte, nächtliche Droh-Anrufe, Einbrüche und die völlige Zerstörung unseres Studios. Unser Anwalt und ein Journalist fanden Umgestaltungen ihres PKWs vor. Das gerichtliche Dauerbombardement mit wechselnden einstweiligen Verfügungen war da vergleichsweise angenehm. Die Marktmacht der TV-Medien, durch Cross-Beteiligungen auch innerhalb der Presse ist uns durchaus bekannt. Die amerikanische Gesetzgebung hätte z.B. in Ihrem Fall vorgeschrieben, daß Sie deutlich darauf hinweisen, daß Ihr Herausgeber, der Burda-Verlag am TV-Sender RTL2 beteiligt ist und daß TV-Sender zu den wichtigsten Anzeigenkunden Ihrer Zeitschrift gehören oder daß Sie im Online-Bereich mit unserem Hauptkonkurrenten kooperieren. Sollte es sich um eine Demonstration Ihrer Möglichkeiten gehandelt haben, so hätte es derer nicht bedurft. Wir gehen davon jedoch nicht aus, aber nur deshalb, weil es nicht zum Image von Ihnen, Herrn Markwort passt. Außerdem wurde viel zu dick aufgetragen, wollte man die eigentliche Intention des Artikels verschleiern.

Die Zauberfee heißt Petra Bauersachs, 32, und ist Vorstandsvorsitzende der TC Unterhaltungselektronik AG (TCU) in Koblenz. Jetzt, nach dem vorvergangene Woche errungenen Sieg über RTL, verspricht sie Öffentlichkeit und ihren Anlegern ein Happy End wie bei den Brüdern Grimm – und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

 

Tivion ist das Ergebnis mehrjähriger Entwicklung in Hard- und Software. Wenn Sie das schon als „Bastelarbeit“ bezeichnen wollen, dann erst Recht sämtliche am Markt befindlichen Festplattenrecorder. Diese werden nämlich durch Tivion überflüssig.

Zum Weihnachtsgeschäft will Bauersachs nun endlich ihren Werbeblocker in den Handel bringen. Weil die Zeit über die alte „Fernseh-Fee“ hinweggegangen ist, haben TCU-Chefin und Vorstandskollege Guido Ciburski, 40, den Nachfolger „Tivion“ gebastelt. 99 Euro soll die „Eier legende Wollmilchsau“ (O-Ton Bauersachs) kosten, die neben dem Werbeblocker auch einen Festplattenvideorekorder enthält. Von dieser Woche an schrauben slowenische Arbeiter erste 3000 Zauberkästen zusammen, heißt es. Später sollen monatlich 30 000 Exemplare den Weg in glückliche TV-Haushalte finden.

Ja, es ist richtig, daß die Hälfte unserer Bürofläche zum Hinterhof zeigt. Die andere Hälfte haben Sie – passend zum Rest der Berichtserstattung – nicht gezeigt. Das Firmenschild haben Sie vielmehr per Fotomontage von der Vorderseite auf den Hinterhof versetzt.

Der einzig wahre „Anklage“-Punkt in Ihrer öffentlichen Hinrichtung war das Bild auf der Kontaktseite. Hier hat ein Webdesigner ein Standard-Bild verwendet und tatsächlich mag der flüchtige Betrachter gedacht haben, daß es sich um unser Firmengebäude handelt (obwohl man deutlich erkennen kann, daß es ein Parkhaus darstellt). Wir werden es demnächst austauschen lassen, wenn Sie erlauben mit der Frontansicht unseres Büros, die sich durchaus sehen lassen kann.

Außerdem ist es keine „Mietskaserne“ sondern ein renoviertes Bürohaus, indem zudem ein Steuerberater und weitere Gewerbetreibende ihre Büros haben.

Zudem war es unsere Sparsamkeit, die uns durchhalten ließ. Ich denke, dafür muß man sich nicht schämen, aber sich auch nicht darüber amüsieren. Vergleichbare Unternehmen wie Infomatec und Metabox sind längst insolvent, ihre Prunkbüros stehen leer. Wir dagegen haben eine funktionierende iTV Lösung, günstiger und mächtiger als MHP und haben nebenbei noch eine Klage bis zum BGH finanziell durchgehalten mit vorgestreckten Anwaltskosten und Streitwerten in Höhe von 3 Mio. Euro.

Die Wirklichkeit ist weniger idyllisch. Der Sieg über RTL hat der Koblenzer Firma, die im Hinterhof einer Mietskaserne residiert, zwar einen Auftritt in der „Tagesschau“ eingebracht, und Blondine Bauersachs kann sich vor Interview-Anfragen „kaum retten“. Doch die Erfolgsaussichten des Werbeblockers sind alles andere als märchenhaft.

Wenn Tivion eine Bastellösung ist, dann wäre es auch das Media Center von Microsoft oder Tivo aus den USA (Börsenwert 400 Mio. US$).

Tivion funktioniert ganz ohne Kabel und kostenlos (Freeware) wenn der PC bereits im Wohnzimmer steht (Home Theater PC, das große Thema auf der letzten CeBIT).

Die Vernetzungskabel (übrigens haben wir auch eine Funklösung) sind nur dann notwendig, wenn PC und TV räumlich getrennt sind. Den gleichen Weg gehen auch Unternehmen wie SONY, die jedoch weniger zu Stande bringen. Hier kann keine Software bedient, sondern lediglich Mediafiles transferiert werden. Die „Bastellösung“ Tivion ist auch in diesem Punkt allen anderen am Markt befindlichen Lösungen namhafter Hersteller überlegen.

 

Bastellösung. Wer „Tivion“ einsetzen will, braucht einen modernen Heimcomputer mit eingebautem Fernsehempfänger und gute PC-Kenntnisse. Das System funktioniert nur, wenn Fernseher und Computer durch ein spezielles Kabel vernetzt werden. Zur Ausrüstung gehört auch eine „Tivion“-Fernbedienung. Via Internet-Standleitung sendet die TCU-Zentrale Signale, wann auf welchem Kanal Werbung anfängt und aufhört.

Journalismus, der sich auf Aussagen bezieht, die aus anonymen Boards im Internet stammen ist unterste Schublade. Genausso gut könnten wir behaupten, Herr Burda (Herausgeber Focus) hätte aufgrund seiner TV-Beteiligung oder der Interessen der TV-Sender, die zugleich wichtige Anzeigenkunden sind, diesen Artikel in Auftrag gegeben. Oder der Festplattenhersteller FAST (so wie die Verfasser aus München stammend), dessen Vorstand persönlich auf der CeBIT dabei erwischt wurde, wie er Platinen von TC heimlich fotografiert hat, hätte für diesen Artikel samt FAST-Bild bezahlt. Auf irgendeinem anonymen Board findet sich bestimmt eine solche Unterstellung. Noch nie wurde uns ein Datenverlust aufgrund einer Tivion-Installation gemeldet und das bei über 200.000 Kopien. Technisch ist dies auch gar nicht möglich, erst Recht nicht bei Windows-XP.

  Im Sommer 2003 hatte Fernsehfee Bauersachs verkündet, „Tivion“ sei „marktreif“. Interessenten, die sich die Vorabversion der Software aus dem Internet luden, berichten allerdings vom kompletten Datenverlust auf ihren Rechnern. In Diskussionsforen im World Wide Web warnten deshalb Software-Freaks eindringlich vor dem „Tivion“-System.

Herr Dr. Zota (den wir schätzen) hat tatsächlich im letzen Jahr eine sehr frühe Betaversion von Tivion getestet und dabei (zu Recht!) moniert, daß die automatische Installation diverser fehlender Software (Codecs, Treiber etc.) zu intransparent ist und man Angst haben muß, sein System vollzumüllen. Wir haben die „Software-Tankstelle“ daraufhin deutlicher gegliedert und der Kunde kann nun einzeln die Pakete laden und automatisch installieren, die zu seiner PC-Benutzung passen (TV, Office, Games, etc.). Trotzdem sehen wir das automatische Softwareupdate als Qualitätsmerkmal an, denn Tivion-User sollen sich gerade nicht um Plugins und langwierige Konfigurations-Setups kümmern müssen, so wie es bei anderen Media Centern leider üblich ist.

  Cheftüftler Ciburski versprach Besserung. Aber Experten wie Volker Zota, Fachredakteur beim Computermagazin „c't“, raten weiterhin vom Einsatz ab. „Tivion“ sei ein „Fass ohne Boden“. Bei der Installation drohe Gefahr, seinen PC „mit überflüssiger Software zuzumüllen“.

Wer einen Festplattenrecorder als Werbeblocker bezeichnet, hat über seinen technischen Sachverstand bereits alles Wesentliche verraten.

Unser Werbeblocker verbannt jegliche Werbespots in Echtzeit aus dem Wohnzimmer. Sie sehen faktisch keine Spots mehr und können Ihre Kinder vor den Fernseher setzen ohne 0190er Gestöhne aus dem Kinderzimmer zu vernehmen. Das kann kein Festplattenrecorder. Nach dem BGH Urteil sind vielmehr Hersteller von Festplattenrecordern an uns herangetreten, um diese Funktion nachzurüsten. TC ist hier der weltweit der Einzige, der diese Funktion bietet.

Tatsächlich gab es zur CeBIT Versuche von Festplattenherstellern, sich mit diesem Label zu schmücken. Doch wer setzt sich schon mit 30minütiger Verzögerung vor seinen TV um dann per Timeshift Werbepausen zu überspringen? Einmal umgeschaltet und alles ist futsch.

Lediglich in aufgezeichneten Sendungen kann man die Werbung durch Vorspulen überspringen. Wer seinen TV-Konsum allerdings von Echtzeit auf Konserve umstellen will braucht schon einen sehr hochwertigen PDR (ab 500€) mit hochwertigem EPG (ab 750€), auch hier bietet Tivion das gleiche zum Nulltarif (Freeware, mit 3 Wochen EPG gratis).

 

Werbeblocker

 

 

Mehrere Firmen bieten Geräte an, mit denen sich Spots wegzappen lassen.
 
•  Festplattenvideorekorder
Die neue „Fernseh-Fee“ soll bei Werbeblöcken automatisch umschalten. Andere Hersteller bieten längst Rekorder an, die auf eingebauter Festplatte aufzeichnen und kinderleicht zu bedienen sind.

•  Zeit sparen
Weil sie Sendungen schon bei laufender Aufnahme von Anfang an wiedergeben können, lässt sich mit ihnen zeitversetzt fernsehen. Spots können Zuschauer binnen Sekunden manuell überspringen.

•  Zuwachs
Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik rechnet für dieses Jahr mit deutlich mehr als 60 000 verkauften Festplattenrekordern (2003: 35 000).

Wieso haben fast alle namhaften großen Discounter dann Kontakt zu uns aufgenommen und nicht umgekehrt? Normalerweise müssen Sie als Hersteller für solche Vertriebskontakte wochenlang Klinken putzen und Regalhochzeitsgelder bezahlen. Wir können Ihnen Emails nach dem BGH Urteil zeigen, indem um den Vertrieb förmlich gebeten wird. Nennen Sie Beweise, Ross und Reiter!

 

Schwierigkeiten beim Erschließen eines Massenmarkts dürfte die TCU mit den großen Elektro-Discountern bekommen. Die halten die Produktidee zwar für interessant, trauen der Zauberfee intern aber weder eine ausgereifte Entwicklung noch deren Produktion zu.

Selbstverständlich! Wir haben die Produktion ja erst begonnen. TC hat nie etwas Gegenteiliges behauptet. Übrigens liegt uns auch eine Einladung der Saturn Hansa vor.

Lieferverträge oder Abnahmezusagen über „Tivion“-Boxen gebe es nicht, heißt es zum Beispiel bei der Metro-Unternehmensgruppe (Media Markt, Saturn Hansa).

Mini-AG: Tatsächlich hatten wir zwischenzeitlich nur 3 Festangestellt und 10 Freelancer. Mittlerweile haben wir – da es uns wieder besser geht – unseren Festvertragsstamm erweitert.

 

Zum Umsatz: Gerade der wurde uns doch per Einstweiliger Verfügung untersagt!   Gerade deshalb steht uns doch nun der Schadensersatz zu, da RTL uns zu Unrecht vom Markt ferngehalten hat. Um es gleich zu sagen. Mit einer Million Euro Erlös Börsengang kommen Sie nicht weit, da können Sie nochmal eine Million Euro Gehaltsverzicht der Vorstände drauflegen (ja, wir erhalten seit Anfang 2002 keine Gehälter und arbeiten für 0€ im Monat) und noch weitere Kapitalerhöhungen von Business-Angeln und Venture Capital Unternehmen. Alles in allem schlampig recherchiert, das werden Sie zugeben müssen.

 

Kein Wunder, sieht man sich die Fabelwelt der TCU etwas genauer an. Die Mini-AG, die mit ihrer patentierten Erfindung Fernsehen revolutionieren möchte, hat laut Wirtschaftsprüfergutachten drei Mitarbeiter (Bauersachs spricht derzeit von 16 Festangestellten), erzielte seit dem Börsengang am 16. November 2000 etwa 45 000 Euro Umsatz und zehrt seither vom Geld, das Anleger (Emissionspreis: 13,50 Euro) einst in die Kasse spülten – rund eine Million Euro.

 

Es stellt sich die Frage, ob die Verfasser des Artikels wirklich glauben, daß es sich positiv auf ein 10-Mann Unternehmen auswirkt, wenn ein 1,2 Mrd. Gigant  (Umsatz / Jahr) seine Feindschaft über sämtliche Instanzen pflegt. Glauben Sie wirklich das zieht Investoren an? Lag es nicht vielmehr im Kalkül von RTL, auch bei völlig fehlender Erfolgsaussicht die Klage zu benutzen, um Verunsicherung bei Investoren, Handel, Versandhandel (Katalogdruck!) und Kunden zu schüren? Ein wirklich interessanter Artikel wäre entstanden, wenn die beiden investigativen Journalisten mal recherchiert hätten, warum die „Vorläufer“-KG in Konkurs ging. Welche Rolle da die tbg gespielt hat, warum ein Unternehmen solange gefördert wurde, wie es versprach nur einen PDR zu entwickeln und „abgeschossen“ wurde als ein Werbeblocker hinzukam, etc.. etc..

 

   Ohne RTL-Klage hätte sich die Firma vielleicht schon selbst entzaubert. Schließlich ging eine Vorläufergesellschaft, die TC TeleControl Elektronik GmbH & Co. KG, 1998 in Konkurs. Aber der Prozess gegen Goliath RTL brachte immer wieder Publicity und nährte unter Investoren den von Bauersachs eifrig geschürten Glauben an die Wunderkiste „Tivion“.

Im Gegensatz zum Verfasser des Artikels belegen wir unsere Aussagen. Wir haben TC auf der Unternehmens-Webseite (www.telecontrol.de ) verglichen mit TIVO und unsere Behauptungen und Markteinschätzungen haarklein belegt. Man mag diesen Einschätzungen folgen oder auch nicht,  die dabei verwendeten Fakten stimmen.

Die, ließ die TCU verlauten, „gehört zu den medienstrategisch interessantesten Projekten der Gegenwart“.

„Offenbar“ ist wie immer als dubiose Andeutung verkleidet, aber auch wenn Sie erneut auf Belege verzichtet haben, das Kapital aus dem Börsengang ist tatsächlich aufgezehrt. TC hat mit seinem Börsengang lediglich ein Versprechen an seine Aktionäre bezüglich Handelbarkeit der Aktien eingelöst. TC hat im November 2000 seine Börsenlistung durchgeführt, 5 Monate nach dem Crash-Beginn! TC hat nach dem Börsengang die gleichen liquiden Mittel gehabt wie zuvor, ca. 1,5 Mio. DM. Es ist also klar, daß wir uns mittels weiterer Kapitalerhöhungen finanziert haben, die alle im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden.

 

Mittlerweile ist das Kapital aus dem Börsengang offenbar so gut wie aufgezehrt

„Es ist umstritten…“  Andeutungen, Verleumdungen, ein bisschen wird schon hängenbleiben….ist das wirklich der Focus? 

Deshalb kam es nicht zu Handgreiflichkeiten und das steht auch nicht im Protokoll ! Was Sie mit Handgreiflichkeiten bezeichnen, ist ein in die Tat umgesetzter Saalverweis, ausgesprochen durch den Versammlungsleiter, nachdem Herr Schrade (1 Aktie!) über mehr als 10 Stunden versucht hat, die Versammlung über die 24 Uhr Grenze zu verzögern, damit sie ungültig wird. Hierzu haben wir bereits eine detaillierte Gegendarstellung unter http://www.telecontrol.de/hvstoerer2.htm veröffentlicht. Wenn Herr Schrade diese Art Publicity benötigt, um seinen „Schrade-Infodienst“ vor dem Konkurs zu retten, haben wir dafür noch Verständnis. Nicht aber dafür, daß ein Nachrichtenmagazin wie der Focus solchen Unsinn ungeprüft abschreibt.

Es ist umstritten, ob die beiden Vorstände und der Aufsichtsrat ihre Geschäfte korrekt abgewickelt haben. Deshalb kam es bereits bei der Hauptversammlung 2002 der am geregelten Markt notierten Aktiengesellschaft zu „Handgreiflichkeiten“, wie es das notarielle Protokoll vermerkt. Opfer war Matthias Schrade, Kleinaktionär und Geschäftsführer des Finanzinformationsdienstes GSC-Research. Schrade beschuldigt TCU-Vorstand Ciburski, ihn „an den Haaren gepackt“ und aus dem Saal gezerrt zu haben.

„sieht Ansatzpunkte“…  Ist das die angemessene Formulierung, mit der jeder in Ihrem Magazin öffentlich zum Straftäter gemacht werden darf? Dürfen Sie uns so zum Verbrecher abstempeln? 

Fakt ist, daß der damalige Wirtschaftsprüfer immer unverschämtere Rechnungen (23.000 DM für ein Testat) gestellt hat und vertragsbrüchig wurde, als wir den WP wechseln wollten. TCU hat alle Rechnungen bezahlt, hat sich aber nicht erpressen lassen. Unseren Notar haben Sie übrigens unvollständig und sinnverfälschend zitiert. Als Ergebnis wurde das Testat entgegen fester Zusagen nicht fristgerecht zur HV gereicht und der WP für das Folgejahr nicht gewählt. Diesen ließ TC daher gerichtlich bestimmen. Die gerichtlichen Bearbeitungszeiten führten zu Verzögerungen im Folgejahr, weshalb die Versammlung für 2003 erst jetzt nachgeholt werden konnte.

Schrade sieht bei TCU „Ansatzpunkte für aktien- und strafrechtliche Verstöße“. Fakt ist, dass Bauersachs und Ciburski – entgegen den Regeln der Deutschen Börse – Hauptversammlung und Jahresbericht 2003 ausfallen ließen, „aus Kostengründen“, wie Bauersachs sagt. Auf der nächsten Hauptversammlung am 19. Juli will sie den Bericht für das vorvergangene Jahr nachreichen. Laut Notar Carl-Günther Benninghoven habe es die TCU zudem versäumt, die Rechnung des Wirtschaftsprüfers zu bezahlen.

Offenbar kennen Sie den Unterschied zwischen Unternehmenswert und Börsenkurs nicht. Die Zahl der Patente und Geschäftsfelder in denen TC tätig und teilweise führend  ist (Hotel-TV; Micropayment; etc.) und deren Bewertungen haben sich tatsächlich mehr als verfünffacht. Neben der Fernseh-Fee sind wir jetzt ein Payment-Anbieter, Software-Hersteller und betreiben zahlreiche einzigartigen Online-Services mit rapide steigenden Nutzerzahlen.

Um Anlegern eine Kapitalerhöhung schmackhaft zu machen, säuselte die Chefin im August 2003, der wahre Unternehmenswert habe sich seit dem Börsengang „mehr als verfünffacht“. Komisch nur, dass die Aktie auf dem Börsenparkett in Wahrheit abgestürzt war – von 13,50 Euro auf zeitweise nur 63 Cent

Wenn schon ein Wirtschaftsprüfer Schwierigkeiten mit der aktienrechtlichen Auslegung des Begriffes Kapital hat, dann müssen wir uns nicht dafür schämen, diese Information fälschlicherweise im Vertrauen auf den Sachverstand des WP veröffentlicht zu haben. Erwähnenswert zu Zeiten von Mannesmann & Esser wäre die Tatsache gewesen, daß die Vorstände aus privater Tasche jedem Aktionär den Schaden ersetzt haben, der durch voreiligen Verkauf der TC Aktien entstanden ist (oder behauptet wurde). Und dies auf eigenen Vorschlag hin, ohne Not!

  Branchenspott erntete die TCU, als sie im Juli 2002 eine Ad-hoc-Meldung herausgab, wonach sie die Hälfte ihres Grundkapitals verbraucht habe. Zwei Monate später korrigierte Bauersachs, es habe eine „Missinterpretation“ des Aktiengesetzes vorgelegen.

Frau Bauersachs steht zu Ihrem Hobby und zu Ihrem kulturellen Engagement. Ja, sie leitet eine Samba-Gruppe und singt. So what?

 

Die Art und Weise wie die beiden „Herren“ auch dies mit billiger Häme überschütten, wirft ein Schlaglicht auf den Wert des restlichen Artikels. Insofern sind wir dankbar für ihre Worte, die ihre Zielrichtung nun endgültig entlarven. Es ging nur darum über uns und dem Unternehmen einen Kübel Dreck abzuladen. An Fakten waren Sie zu keinem Zeitpunkt interessiert.

Man hat ja auch sonst viel zu verzaubern. Die Vorstandschefin managt unter TCU-Adresse und -Handynummer eine Samba-Tanztruppe, bei der sie selbst die Hüften schwingt. „Ideal für jede Betriebsfeier, für einen Geburtstag und für Partys allgemein“ preist sie sich auf ihrer Web-Seite (www.soleil-do-brasil.de) an. Dort nennt sie sich Petra Soleil, trällert Schlager wie „Geh nicht in die Stadt“ und wackelt in Videos mit den Armen. Auf Fotos posiert sie mit Promis wie Ex-Modern-Talking-Star Thomas Anders und Schlager-Dino Roberto Blanco.

Zur Einbuchung sind wir verpflichtet. Die Vorstände würden sich strafbar machen, wenn sie wesentliche Aktivposten verschleiern würden. Der Einbuchung liegt ein Rechtsgutachten zu Grunde und eine Überprüfung durch den Wirtschaftsprüfer. Tatsächlich werden wir weit höhere Schadensersatzforderungen geltend machen, dies ist nur der unbestrittene Mindestbetrag und Ja… die Fernseh-Fee wäre 1999 ein großartiges Geschäft gewesen, das kann Ihnen jeder UE-Händler bestätigen (und jeder TV-Zuschauer!!).

In all dem Chaos beweist Multi-Unternehmerin Bauersachs Chuzpe im Umgang mit dem Dauerfeind RTL. Der soll nun, nach dem verlorenen Prozess, mindestens 752 000 Euro Schadenersatz an die Samba-Connection zahlen. Weil die „Fernseh-Fee“ ja so ein großartiges Geschäft hätte werden können.

Den Betrag hat die TCU als größten Aktivposten bereits in die Bilanz eingestellt. Mit anderen Worten: Mit Hilfe von RTL kann die Fee noch eine Weile von einer grandiosen Zukunft träumen.

Summa summarum erklären Sie ganz nebenbei auch sämtliche unserer Aktionäre für blind oder dumm. Offenbar sind Ihre beiden Redakteure besser in der Lage, die Marktchancen von TC einzuschätzen, als sämtliche Investoren, die mit eigenen Wirtschaftsprüfern unser Unternehmen über Tage und Wochen durchleuchten, uns seit Monaten und Jahren kennen und dann ihre Entscheidung über ihr eigenes Investment treffen. Fakten, Fakten, Fakten, das wären Sie dem Focus-Magazin schuldig gewesen.

Wenn Sie unsere Fakten in einem zukünftigen Artikel berücksichtigen wollen, freue ich mich über Ihren Anruf.

 

Mit freundlichen Grüßen

Petra Bauersachs

Frank Fleschner/ Volker Gustedt